Private Krankenversicherung für Beamte

PKV bietet Beihilfeversicherung für Beamte

Beihilfekonforme private Krankenversicherung - hinter dieser etwas umständlichen Formulierung verbergen sich die PKV-Tarife für Beamte. Als Beamter erhalten Sie von Ihrem Dienstherrn die Beihilfe für Kranken- und Pflegeversicherung. Nur die Restkosten müssen von Ihnen über die private Krankenversicherung abgesichert werden. Für keine Berufsgruppe gibt es günstigere PKV-Tarife.

Beihilfeanspruch je nach Familienstand

Mindestens 50 Prozent der Krankheitskosten werden durch den Staat in Form der Beihilfe übernommen. Die genaue Höhe des Beihilfeanspruchs hängt von der individuellen Situation des Beamten ab. Grundsätzlich besteht folgender Beihilfeanspruch:

  • Beamter: 50%
  • mit 2 oder mehr Kindern: 70%
  • Ehepartner: 70%
  • Pensionär: 70%
  • Kind: 80%

Andere Regelungen bezüglich der Beihilfe bestehen in Hessen und Bremen. Hier gibt es familienbezogene Bemessungssätze. In Baden-Württemberg erhalten nach 2012 verbeamtete Personen dauerhaft 50 Prozent Beihilfe, also auch im Pensionsalter.

Privat oder gesetzlich? Absicherung der Restkosten

Aufgrund ihres Status als freiwillige Mitglieder einer Krankenversicherung können Beamte die Restkosten gesetzlich oder privat versichern. Allerdings erhalten Beamte in der GKV keine Beihilfeleistung von Bund oder Ländern. Mit anderen Worten: Es wird der volle Beitrag erhoben, aber nur maximal 50 Prozent der Krankheitskosten abgedeckt. 

Passgenauer lassen sich die Restkosten über die private Krankenversicherung abdecken. Je nach Beihilfeanspruch decken die PKV-Tarife die verbleibenden Kosten ab. Lücken bei den Leistungen der Beihilfe, z.B. bei Brillen, beim Heilpraktiker oder zahntechnischen Kosten, können durch einen Beihilfeergänzungstarif in der PKV geschlossen werden.

Welcher Personenkreis bekommt Beihilfe?

  • Beamte
  • Beamtenanwärter
  • Richter
  • Soldaten im Ruhestand
  • Berücksichtigungsfähige Kinder und Ehepartner 

Für Kinder wird Beihilfe gewährt, wenn für sie ein Anspruch auf Kindergeld besteht. Bei Ehepartnern darf der Gesamtbetrag der Einkünfte aus dem vorhergehenden Kalenderjahr nicht 17.000 € übersteigen (Regelung gilt für Bundesbeihilfe).

 

Was bedeutet Beihilfe?

Der Staat hat gegenüber seinen Beamten und dessen Familienangehörigen eine Fürsorgepflicht. Zu der allgemeinen Fürsorgepflicht zählt die Unterstützung im Krankheits- und Pflegefall - die Beihilfe. Die Regelungen über die Beihilfe finden sich in den Beihilfeverordnungen.

Die Beihilfeordnung des Bundes gilt für sämtliche Bundesbeamte. Daran angelehnt  sind die Beihilfesysteme der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Alle anderen Bundesländer verfügen über eine eigenständige Beihilfeverordnung. 

Warum benötigen Beamte eine private Krankenversicherung?

Die Beihilfebemessungssätze stellen keine vollumfängliche Absicherung im Krankheits- und Pflegefall dar, sondern sind lediglich eine ergänzende Hilfe. Die nicht durch die Beihilfe gedeckten Kosten müssen selbst abgesichert werden.

Die private Krankenversicherung bietet durch die speziellen Beihilfe-Tarife einen passgenauen Versicherungsschutz, denn die nicht abgedeckten Restkosten können nahezu vollständig versichert werden. Und: Der Versicherungsschutz in der PKV ist bei besseren Leistungen deutlich günstiger als ein vergleichbarer Schutz bei einer gesetzlichen Krankenkasse.  

Öffnungsaktion der PKV für gesetzlich versicherte Beamte

Beamtenanfänger, gesetzlich versicherte Beamte sowie deren Angehörige können unter bestimmten Bedingungen zu erleichterten Bedingungen in eine private Krankenversicherung wechseln. Dies ist vor allem für Personen mit risikoerheblichen Vorerkrankungen interessant, die einen hohen Zuschlag zahlen müssten oder gar nicht in der PKV versichert werden könnten. 

Zu dem Personenkreis, die von den Vergünstigungen profitieren, zählen:

  • Beamte auf Probe
  • Beamte auf Zeit oder
  • Beamte auf Lebenszeit, ohne dass er vorher Beamter auf Probe war
  • Freiwillig gesetzlich versicherte Beamte, die bereits am 31.12.2004 in einem Dienstverhältnis als Beamter standen sowie
  • Berücksichtigungsfähige Angehörige

Wichtig ist, dass für die Öffnungsaktion der PKV bestimmte Fristen eingehalten werden müssen. So gilt für Beamtenanfänger eine Frist von sechs Monaten nach der erstmaligen Verbeamtung. Innhalb dieses Zeitraums muss der Antrag beim PKV-Anbieter eingegangen sein.

Für die Restkostenversicherung in der PKV gelten folgende erleichterte Annahmerichtlinien:

  • Keine Ablehnung aufgrund von Vorerkrankungen
  • Keine Leistungsausschlüsse
  • Maximaler Risikozuschlag von 30 Prozent

Aber: Nicht alle PKV-Unternehmen beteiligen sich an der Aktion. Von den großen Anbietern bieten Allianz, Barmenia, Central, DBV, Debeka, DKV, HUK-Coburg und die Signal-Iduna den erleichterten Einstieg an.

 

 

Welche Regelung gilt für Beamtenanwärter?

Dieser Personenkreis befindet sich in einem Beamtenverhältnis auf Widerruf. Als Anwärter ist man in einer Ausbildung innerhalb der Beamtenlaufbahn. Auch Beamtenwärter haben einen Beihilfeanspruch. Die private Krankenversicherung bietet für Beamtenanwärter spezielle kostengünstige Tarife an.

Wer ist Beamtenanwärter?

In der Regel führen Beamtenwärter die Dienstbezeichnung des angestrebten Amtes als Beamter auf Lebenszeit, z.B. Finanzanwärter oder Zollanwärter. Wer eine Laufbahngruppe des höheren Dienstes anstrebt, wird als Referendar bezeichnet, z.B. Lehramtsreferendar. 

Die Ausbildung für den mittleren Dienst dauert zwei Jahre, zum gehobenen Dienst drei Jahre. Bei Lehramtanwärtern dauert die Referendarzeit 18 Monate. Die Anwärterbezüge liegen zwischen 700 € bis 1.200 € im Monat.

Beihilfefähigkeit der Aufwendungen

Beihilfefähig sind Aufwendungen, wenn sie dem Grunde nach notwendig und der Höhe nach angemessen sind. Zudem darf die Beihilfefähigkeit nicht ausdrücklich ausgeschlossen sein. Als notwendig gilt, was der Arzt/Zahnarzt verordnet. Die Beurteilung der angemessenen Höhe erfolgt aufgrund der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) und dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH). 

Die Notwendigkeit und Angemessenheit wird von der Festsetzungsstelle festgelegt. Notfalls wird ein Gutachten des Amts- oder Vertrauensarztes eingeholt. Als neogemessen gilt eine Gebühr, die den Schwellenwert des Gebührenrahmens nicht überschreitet. Ausnahmen gelten für begründete Umstände, die einen höheren Satz rechtfertigen. 

Beihilfe bei Reisen ins Ausland (§ 11 BBhV)

Bei Reisen ins Ausland gelten unterschiedliche Regelungen für Länder innerhalb der Europäischen Union (EU) und Länder außerhalb dieses Gebietes. Kosten für Gesundheitsleistungen im EU-Ausland werden wie im Inland entstandene Aufwendungen behandelt.

Kosten, die außerhalb der EU entstehen, sind jedoch lediglich bis zur Höhe der Vergleichskosten im Inland beihilfefähig. Grundsätzlich sind Aufwendungen bis 1.000 € für (zahn-)ärztliche Leistungen ohne Beschränkung beihilfefähig. 

Beamte sollten daher vor Auslandsreisen eine Auslandsreisekrankenversicherung abschließen. Nicht nur ärztliche Behandlungen im Ausland (Vorklasse!) können hohe Kosten verursachen, sondern auch der Krankenrücktransport nach Deutschland. 

 

Beihilferecht des Bundes (BBhV)

In den Beihilfebestimmungen ist die Krankenfürsorge des Dienstherrn gegenüber dem Beamten und seiner Familienangehörigen geregelt. Beihilfen werden im Krankheits-, Pflege- und Geburtsfall gewährt und decken zusammen mit der ergänzenden privaten Krankenversicherung die Kosten. Die Beihilfe ergänzt somit die Eigenvorsorge über de PKV.

In der Bundesbeihilfeverordnung (BBhV) finden sich u.a. folgende Regelungen:

  • Beihilfefähigkeit (§ 2 BBhV)
  • Berücksichtigungsfähige Personen (§ 4 BBhV)
  • Bemessungssätze in der Beihilfe (§ 46 BBhV)
  • Beihilfeantrag (§ 51 BBhV)
  • Beihilfefähigen Aufwendungen

Den kompletten Wortlaut der Bundesbeihilfeverordnung finden Sie unter www.beihilfevorschriften.de. 

Einkommensgrenze für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner

Beihilfe-Vorschrift Einkommensgrenze für Beihilfeanspruch des Ehegatten (Gesamtbetrag der Einkünfte: § 2 Abs. 3 EStG) Beihilfeanspruch im lfd. Kalenderjahr (trotz Überschreitens der Einkommensgrenze im maßgeblichen Zeitraum)
Bund 17.000 € im zweiten Kalenderjahr vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte im lfd. Jahr insgesamt unter 17.000 € sinken
Baden-Württemberg (Diensteintritt nach 31.12.2012) 10.000 € in den beiden Kalenderjahren vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte entfallen oder deutlich reduziert sind und bislang erzieltes Einkommen im lfd. Jahr unter 10.000 €
Bayern 18.000 € im zweiten Kalenderjahr vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte im lfd. Jahr insgesamt unter 18.000 € sinken
Berlin 17.000 € im zweiten Kalenderjahr vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte im lfd. Jahr insgesamt unter 17.000 € sinken
Brandenburg 17.000 € im zweiten Kalenderjahr vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte im lfd. Jahr insgesamt unter 17.000 € sinken
Bremen 10.000 € im Kalenderjahr vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte im lfd. Jahr insgesamt unter 10.000 € sinken
Hamburg 18.000 € im Kalenderjahr vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte im lfd. Jahr insgesamt unter 18.000 € sinken
Hessen 8.354 € im vorletzten Kalenderjahr vor Antragstellung auf Beihilfe keine Einkünfte mehr oder stark verringert und im lfd. Jahr unter 8.354 €
Mecklenburg-Vorpommern 17.000 € im zweiten Kalenderjahr vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte im lfd. Jahr insgesamt unter 17.000 € sinken
Niedersachsen < 18.000 € im zweiten Kalenderjahr vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte im lfd. Jahr auf < 18.000 € sinken
Nordrhein-Westfalen 18.000 € im Kalenderjahr vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte entfallen und Einkommen im lfd. Jahr unter 18.000 €
Rheinland-Pfalz (Dienstbeginn nach 31.12.2011) generell < 8.130 € im zweiten Kalenderjahr vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte im lfd. Kalenderjahr unter 8.354 € sinken
Saarland < 16.000 € im zweiten Kalenderjahr vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte im lfd. Jahr auf < 16.000 € sinken
Sachsen < 18.000 € im Durchschnitt der letzten 3 Jahre vor Leistungserbringung nein
Sachsen-Anhalt < 17.000 im zweiten Jahr vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte im lfd. Jahr insgesamt auf < 17.000 € sinken
Schleswig-Holstein < 18.000 € im Vorvorkalenderjahr vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte im lfd. Jahr insgesamt auf < 18.000 € sinken
Thüringen < 18.000 € im zweiten Kalenderjahr vor Antragstellung auf Beihilfe wenn Einkünfte im lfd. Kalenderjahr auf < 18.000 € sinken